Operationen mit Roboter-Unterstützung

Eines vorweg: Roboter-assistierte Chirurgie bedeutet nicht, dass Sie von einem Roboter operiert werden. Vielmehr dient der Roboter als verlängerter Arm des Operateurs. Mit dieser Unterstützung hat der Operateur Möglichkeiten, die das menschliche Auge und die menschliche Hand noch übertreffen: höchste Präzision und maximale Sichtgenauigkeit. Davon profitieren unsere Patienten: Gewebe, Nerven und Gefäße werden bestmöglich geschont, der Heilungsprozess nach der Operation ist kurz und die Beschwerden nach dem Eingriff sind gering.

Wie funktioniert Roboter-assistierte Chirurgie?

Der entscheidende Unterschied zwischen herkömmlicher und Roboter-assistierter Chirurgie ist der Platz des Operateurs: Statt direkt am Operationstisch zu stehen, sitzt er an der Bedienkonsole des Operationsroboters. Von hier aus steuert er die Instrumente des Roboters. Dazu dient ihm eine optische Einheit innerhalb der Bedienkonsole. Hier sieht der operierende Arzt das Operationsfeld dreidimensonal und stark vergrößert. Mit dieser 10fachen Vergrößerung ist die Sicht auf Gewebestrukturen eindeutig besser als bei allen anderen Operationsverfahren. Entsprechend sind die Genauigkeit von Schnitten und der Einsatz von Instrumenten um ein vielfaches präziser.

Über die Bedienkonsole steuert der Operateur nicht nur die Operationsinstrumente, sondern auch die Kamera und einen "Haltearm". So hat er alle Schritte selbst in der Hand.

Am Operationstisch arbeitet zeitgleich ein OP-Team. Dieses überwacht zum einen die Bewegungen des Roboters und unterstützt zum anderen den Operateur mit dem Einsatz zusätzlicher Instrumente. Und selbstverständlich ist der Anästhesist, der die Narkose leitet, wie bei Operationen ohne Roboter-Unterstützung direkt am Patienten.

Roboter-assistierte Chirurgie bedeutet also nicht, dass ein Roboter die Operation übernimmt. Vielmehr setzen unsere Ärzte ihn als zusätzliches Mitglied des OP-Teams ein.

 

Wer und was kann Roboter-assistiert operiert werden?

Grundsätzlich können alle Patienten aus den Bereichen Urologie, Viszeralchirurgie und Thoraxchirurgie mit bestimmten Erkrankungen im Malteser Robotikzentrum Bonn/Rhein-Sieg von den Vorteilen Roboter-assistierter Chirurgie profitieren. Besonders Menschen, die ein höheres Operationsrisiko haben, beispielsweise auf Grund ihres Alters oder eines sehr schlechten Gesundheitszustandes, sind für dieses schonende Operationsverfahren geeignet.  

Welche Krankheitsbilder wir mit Roboter-Unterstützung operieren können, ist immer eine individuelle Entscheidung. Eine Auflistung der grundsätzlich im Malteser Robotikzentrum durchgeführten Operationen finden Sie hier. Ob in Ihrem individuellen Fall eine Roboter-assistierte Operation möglich ist, besprechen unsere Ärzte mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch.

 

 

 

"Die Roboter-assistierte Chirurgie bietet Präzision, die das menschliche Auge und die menschliche Hand allein nicht bieten können."

Prof Dr. Carsten Ohlmann, Leiter Malteser Robotikzentrum Bonn